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09.12.2022 | Die Ver­kaufs­ma­schi­ne

Green Fran­chi­sing – ein Trend oder doch mehr als das?

Neu sind sie nicht, die The­men Nach­hal­tig­keit und Um­welt­ver­träg­lich­keit, je­doch ge­win­nen sie ge­ra­de jetzt für viele Men­schen wie­der deut­lich an Be­deu­tung. Es ist dir si­cher nicht ent­gan­gen, dass sie in un­se­rem be­ruf­li­chen und pri­va­ten All­tag all­ge­gen­wär­tig sind. 

Ein Wer­te­wan­del fin­det statt und längst zählt auch für uns Un­ter­neh­mer und Un­ter­neh­me­rin­nen nicht mehr nur der wirt­schaft­li­che Er­folg al­lei­ne und gleich­zei­tig er­ken­nen wir aber auch das große öko­no­mi­sche Po­ten­zi­al, das im um­welt­freund­li­chen Wirt­schaf­ten steckt. Sparst du En­er­gie­kos­ten, leis­test du gleich­zei­tig einen Um­welt­bei­trag. Bil­dest du deine Mit­ar­bei­ter gut aus und för­derst ihre per­sön­li­chen Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten, er­höhst du ihre Mo­ti­va­ti­on und ihre Pro­duk­ti­vi­tät. Nach­hal­tig­keit und (wirt­schaft­li­cher) Er­folg schlie­ßen sich also kei­nes­falls aus und kön­nen ein Wett­be­werbs­vor­teil sein. 

Vor­aus­ge­setzt, dass nicht nur Green­wa­shing be­trie­ben wird, führt eine tat­säch­lich ge­leb­te nach­hal­ti­ge Un­ter­neh­mens­kul­tur zu einem po­si­ti­ven Image. Die­ser Fak­tor ist in un­se­rer trans­pa­ren­ten, ver­netz­ten Welt nicht zu un­ter­schät­zen. Leere und ir­re­füh­ren­de Ver­spre­chun­gen, die ein po­si­ti­ves Bild nach außen schaf­fen sol­len, hin­ter denen aber keine tat­säch­li­chen Maß­nah­men ste­hen, wer­den heute so­fort ab­ge­straft. Sie zer­stö­ren zudem dau­er­haft das Ver­trau­en der Men­schen in sol­che Un­ter­neh­men.

Schon das Um­set­zen ei­ni­ger ein­fa­cher Schrit­te im Be­reich der En­er­gie­ef­fi­zi­enz und des Res­sour­cen­haus­hal­tes kann in Summe eine durch­aus nen­nens­wer­te Er­folgs­bi­lanz auf­wei­sen. Wie es in der Fran­chi­sing-Welt damit aus­sieht, möch­te ich heute ein wenig näher be­leuch­ten.

Ist die Fran­chi­sing-Zu­kunft grün?

Sehen wir uns dazu ein­mal die Vor­tei­le des Fran­chi­sing-Sys­tems ge­ne­rell an und in der Folge, was das klas­si­sche Fran­chi­sing vom „grü­nen“ un­ter­schei­det.

Fran­chi­sing funk­tio­niert über die ri­si­ko­ar­me Mul­ti­pli­ka­ti­on eines er­folg­rei­chen Ge­schäfts­mo­dells auf der Basis einer sys­te­ma­ti­schen Struk­tur. Eine Fran­chise-Un­ter­neh­mung ist damit bei der Pro­zess­op­ti­mie­rung mit stan­dar­di­sier­ten und ein­heit­li­chen Pro­dukt­li­ni­en und Dienst­leis­tun­gen, Schu­lungs­kon­zep­ten und ge­mein­sa­men Lie­fe­ran­ten und Part­nern also ideal ge­eig­net, um auch nach­hal­ti­ge und um­welt­ge­rech­te Kom­po­nen­ten recht ef­fi­zi­ent in sein Sys­tem zu über­neh­men. Der Mul­ti­pli­ka­tor­ef­fekt des Fran­chi­sings be­schleu­nigt dabei so­wohl das Um­set­zungs­tem­po als auch die ra­sche öf­fent­li­che Wir­kungs­kraft.

Auch Green Fran­chi­sing macht sich das mul­ti­pli­zie­ren­de Busi­ness­mo­dell zu­nut­ze, je­doch liegt der Fokus nicht mehr aus­schließ­lich auf der rei­nen Wachs­tums- und Um­satz­ori­en­tie­rung. Nach­hal­tig­keit, Um­welt­ge­dan­ken und mensch­lich-emo­tio­na­le Werte rü­cken deut­lich in den Vor­der­grund. Es geht auch darum, ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen, die sich aus der ei­ge­nen Ge­schäfts­tä­tig­keit er­ge­ben, trans­pa­rent zu ma­chen, zu sen­ken und aktiv mit po­si­ti­vem Bei­spiel vor­an­zu­ge­hen.

Green Fran­chi­sing Un­ter­neh­men wirt­schaf­ten ge­zielt nach­hal­tig und set­zen einen ganz­heit­li­chen Fokus auf Öko­lo­gie (Na­tur- und Kli­ma­schutz), Öko­no­mie (kon­ti­nu­ier­li­ches Wirt­schaf­ten mit den vor­han­de­nen Res­sour­cen) und So­zia­les. Ech­tes Green Fran­chi­sing geht also nicht „nur ein bis­serl“, es muss wirk­lich ge­lebt wer­den. Das kom­plet­te Sys­tem muss mit den ge­sam­ten Pro­zes­sen in allen Be­rei­chen davon er­füllt sein.

Green Fran­chi­sing leis­tet einen Mehr­wert und über­nimmt Ver­ant­wor­tung so­wohl für die Un­ter­neh­men selbst, als auch für die Um­welt und für die Ge­sell­schaft samt nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen.

Lässt sich Green Fran­chi­sing mit ein­fa­chen Mit­teln rasch um­set­zen?

Die Im­ple­men­tie­rung von Green Fran­chi­sing ist ein Pro­zess, je­doch kann jedes ein­zel­ne Fran­chise-Sys­tem je­der­zeit ent­spre­chen­de Schrit­te in die rich­ti­ge Rich­tung set­zen. Nach­hal­tig­keit ist ja schon längst ein nicht mehr weg­zu­den­ken­des Thema und wir alle sind Teil des Sys­tems und ge­ra­de Un­ter­neh­men haben dabei eine Schlüs­sel­rol­le auf dem Weg in eine um­welt­ge­rech­te und so­zi­al ver­ant­wor­tungs­vol­le Wirt­schafts­ent­wick­lung. Die Frage ist also nicht mehr ob, son­dern wie wir mit un­se­ren Ideen und Maß­nah­men dazu bei­tra­gen kön­nen. 

Hier sind meine Top 7 Green Fran­chi­sing Tipps:

1. Von An­fang an Re­gio­na­li­tät bei Hand­wer­kern und Ma­te­ri­al 

Bist du ge­ra­de dabei ein Un­ter­neh­men auf­zu­bau­en oder Ge­schäfts­räu­me ein­zu­rich­ten, dann kannst du wort­wört­lich gleich an Ort und Stel­le be­gin­nen. Vom Bo­den­be­lag über die Däm­mung, Hei­zung, LED-Licht­ge­stal­tung– hier kann alles gleich öko­lo­gisch ein­wand­frei mit­be­dacht wer­den, am bes­ten von lo­ka­len Pro­fes­sio­nis­ten um­ge­setzt – Stich­wort “Green Buil­ding”.

2. En­er­gie­ef­fi­zi­enz – vor allem bei Ge­rä­ten und Pro­zes­sen

Ob Ge­schirr­spü­ler, Dru­cker, Kühl- und Ge­frier­schrän­ke, Herd – über­all kön­nen en­er­gie­ef­fi­zi­en­te Ge­rä­te ein­ge­setzt wer­den. So sparst du und tust gleich­zei­tig der Um­welt Gutes. Gibt es Mög­lich­kei­ten al­ter­na­ti­ver En­er­gie­nut­zung wie einen Um­stieg auf er­neu­er­ba­re En­er­gi­en?
Auch bei Pro­zes­sen las­sen sich durch Op­ti­mie­rung rasch En­er­gie wirk­sa­me Ver­bes­se­run­gen er­rei­chen.

3. Weg von der Weg­werf­ge­sell­schaft   hin zu einer Kreis­lauf­wirt­schaft

Roh­stof­fe soll­ten nicht nur für den ein­ma­li­gen Kon­sum ab­ge­baut wer­den. Wie sieht es mit der Lang­le­big­keit dei­ner Pro­duk­te und der Be­schaf­fen­heit der Ver­pa­ckun­gen aus? Sind deine Pro­duk­te ein­fach zu re­pa­rie­ren oder ist Re­cy­cling/Up­cy­cling mög­lich? Plas­tik­frei, Mehr­weg, Kom­pos­tier­bar­keit, Ab­fall­re­du­zie­rung oder -ver­mei­dung und Wie­der­ver­wer­tung sind eben­falls wich­ti­ge Stich­wor­te.

4. Res­sour­cen­scho­nen­de La­ger- und Wa­ren­wirt­schaft -ge­ra­de im Le­bens­mit­tel­be­reich be­son­ders wich­tig

Le­bens­mit­tel­ver­schwen­dung, vor allem durch fal­sche La­ger­hal­tung ver­ur­sacht, muss wirk­lich nicht sein. We­ni­ger Ver­schwen­dung von Le­bens­mit­teln und we­ni­ger Ab­fall be­deu­ten au­ßer­dem auch nied­ri­ge­re Kos­ten. Ein sorg­fäl­tig ge­plan­ter Wa­ren­ein­satz, ge­ziel­te Ein­käu­fe und rich­tig ein­ge­schätz­te Por­ti­ons­grö­ßen be­wir­ken hier schon sehr viel. Völ­lig ver­mei­den las­sen sich Ab­fäl­le wahr­schein­lich nicht, aber mit guter Pla­nung und op­ti­ma­ler La­ger­hal­tung las­sen sie sich wei­test­ge­hend ein­däm­men.

5. In­no­va­ti­ve Ma­te­ri­al- und Pro­dukt­ent­wick­lung

Es gibt viele neue Ideen und An­sät­ze, die den Ge­dan­ken von Nach­hal­tig­keit und Um­welt­be­wusst­sein in den Mit­tel­punkt stel­len. Auch Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen sol­len zu einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung bei­tra­gen. Re­duk­ti­on von CO2-Emis­sio­nen und die Ver­mei­dung der Aus­beu­tung von Roh­stof­fen sind das Ziel. Be­zie­he auch deine Mit­ar­bei­ten­den in so einen Pro­zess mit ein: Führe ein Vor­schlags­we­sen ein und sorge so dafür, dass alle am Wan­del be­tei­ligt sind.

6. Mensch­lich ge­sell­schaft­li­che An­for­de­run­gen

Nach­hal­ti­ge Per­so­nal­ent­wick­lung schafft nicht nur eine po­si­ti­ve Ar­beits­um­ge­bung, es macht die Or­ga­ni­sa­ti­on auch  ef­fi­zi­en­ter und er­folg­rei­cher. Von den ei­ge­nen Mit­ar­bei­tern (Ar­beits­zeit­mo­del­le, Wer­te­hal­tung, per­sön­li­che Ent­fal­tung und so­zia­le Ver­ant­wor­tung), über die Fran­chise-Neh­mer, Ge­schäfts- und Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner, Lie­fe­ran­ten (Anbau, Fair­tra­de, re­gio­na­le Ent­wick­lung) und Zu­lie­fe­rer – wähle alle mit Be­dacht aus, sie alle soll­ten  ent­spre­chend qua­li­fi­ziert sein und den Wer­te­wan­del mit­tra­gen.

7. Tue Gutes und sprich dar­überNach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on

Die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung spielt ge­ra­de bei Fran­chise-Un­ter­neh­men eine große Rolle, des­halb kom­mu­ni­zie­re die guten Taten dem­entspre­chend brei­ten­wirk­sam. Suche auch aktiv den Dia­log zu den Lie­fe­ran­ten, Mit­ar­bei­ten­den und allen, die für das Un­ter­neh­men re­le­vant sind. Es gibt jähr­li­che Nach­hal­tig­keits­be­rich­te und du kannst auch über eine un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Nach­hal­tig­keits-Web­site kom­mu­ni­zie­ren. Wich­tigs­ter Punkt dabei ist immer, wie schon ei­ni­ge Male er­wähnt: achte auf Au­then­ti­zi­tät und deine Glaub­wür­dig­keit. Das Thema Nach­hal­tig­keits­kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein brei­tes Feld und sich dar­über Ge­dan­ken zu ma­chen, lohnt sich.

Green Fran­chi­sing – Vom „Nice to have“ zum “Must have”

Der Weg in eine um­welt­freund­li­che und nach­hal­ti­ge Zu­kunft bringt si­cher­lich Ver­än­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen mit sich, ist aber gleich­zei­tig mit vie­len Mög­lich­kei­ten ver­bun­den. Immer mehr Kon­su­men­ten su­chen nach­hal­ti­ge Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen und kau­fen ver­mehrt bei nach­hal­tig han­deln­den Un­ter­neh­men ein. Zudem be­haup­ten sich nur (wirt­schaft­lich) nach­hal­ti­ge Un­ter­neh­men auf lange Sicht.

Wie sieht es in dei­nem Un­ter­neh­men unter dem Strich aus? Hat dich die Nach­hal­tig­keits­wel­le schon er­fasst? Ver­bes­sert oder ver­schlech­tert dein un­ter­neh­me­ri­sches Han­deln die Um­welt­bi­lanz? Kannst du etwas tun, um sie zu ver­bes­sern? Be­rück­sich­ti­gen deine Ge­schäfts­part­ner Um­welt- und So­zi­al­stan­dards? De­fi­nie­re deine Ziele für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung des Un­ter­neh­mens und mach sie so zu einem fes­ten Be­stand­teil dei­ner Ge­schäfts­tä­tig­keit. 

Du möch­test mehr aus dei­nem Un­ter­neh­men und dei­nen Mit­ar­bei­ten­den her­aus­ho­len?  Aus der Pra­xis kenne ich beide Sei­ten, so­wohl die Seite des Fran­chise­ge­bers als auch die Seite des Fran­chise­neh­mers.

Melde dich ganz ein­fach bei mir (per Mail oder Te­le­fon) und wir star­ten ge­mein­sam durch!

Ja, ich will er­folg­reich im Fran­chi­sing sein!

Wor­auf war­ten? Melde dich!

Ver­kaufst DU noch oder fas­zi­nierst DU schon?

Dein Bern­hard Kloucek
Ver­kaufs­pro­fi und Fas­zi­na­ti­ons­ex­per­te für Han­del, Gas­tro­no­mie und Fran­chise.

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